Irgendwie hat die Idee was von der Technoclub-Compilation rund um Talla 2XLC. Zwei DJs fighten sich an und geben jeweils einen Mix ab. Der Unterschied bei uns ist zum einen, dass wir kein so schickes Cover haben, in dem wir uns böse guckend gegenüber stehen, und das jeder von uns jeweils 10 Tracks ausgesucht hat.
Ich habe die ersten 10 vorgeschossen und Michi lieferte mit seinem Mix dann auch seine 10 nach. Keine drei Monate später habe ich dann auch meinen Arsch an die Plattenspieler bekommen und meine 78 Minuten runtergemixt.
Das Ergebnis ist erstaunlich unterschiedlich, wie ich finde. Gerade die unterschiedlichen Skills und die Wahl der Track-Reihenfolge haben ein komplett andere Dramaturgie entstehen lassen.
Seit nun ungefähr 13 Jahren lege ich auf! Klingt spektakulär, war es vielleicht auch 2-5 Jahre innerhalb der vergangenen 13 Jahre. Wenn ich es nun resümiere, und mich dabei an so glorreiche Artistnamen wie Anelpee oder Serious erinnere (Dimi nannte sich zwischenzeitlich Mphetamine, um die Peinlichkeiten etwas zu teilen!), denke ich oft auch an die guten Momente, in denen ich durchschwitzt und entkräftet aus den Clubs kroch und dabei noch nicht mal unbedingt selbst auflegen musste.
Gerade gab es auf Facebook eine Art F-Haus Gedächtnisgruppe, in die ich eingeladen wurde, und in der u.a. ein Video von ’98 hochgeladen wurde in welchem Robert de la Gauthier an einer 303 rumschraubte und irgendwas von BBE oder so da rein gescratcht wurde. Von heute aus betrachtet nicht so der Brüller, die Stimmung in dem Video bzw. dem wirklich sehr vollen Tivoli ist aber grandios, und genau das sind auch die Momente, die nie vergessen werden, wie Tränen im Regen. Um nun auch die 5 Euro in die schlechte Ravephrasenkasse zahlen zu können, denn das Zitat stammt aus Blade Runner und wurde von Hell irgendwann adaptiert (wenn ich mich nicht irre).
Nun denn, vor gut 10 Jahren kam Simon Shore auf die Welt, ein mittelmäßiger Trance-DJ, der seinen Namen durch Moki bekam, welcher einen Film von eben diesem Simon Shore (der später simonshore.com für 300€ bei mir kaufte, im Verlauf der Verhandlungen habe ich übrigens mit dem Master-Requisiteur von “Der Untergang” telefoniert) sah und dachte, dass das gut zu mir passte. Mir war das irgendwie Lachs und fand das zu der Zeit ganz nett. Das es in dem Film “Get Real” um das Coming Out eines Typen ging, wurde mir erst Jahre später klar…
Meine eher mittelmäßige Karriere hatte einige Höhenflüge. Neben ein paar Gigs mit etwas namenhafteren Typen kam ich relativ gut in Norddeutschland rum und habe eigentlich in all den wichtigen Clubs gespielt. Wobei das eine Zeit lang auch keine Kunst war, siehe irgendwelche Timo-Schleimbolzen.
Aber bei Timo und auch mir bzw. uns, Team Dynamique, war Vitamin B immer ein großer Pusher, ohne den wir nirgends aufgelegt hätten. So kommen mir einige Typen wie Björn, Ralle oder Sven in den Kopf, die uns Gigs, Residencies und andere, unterhaltende Momente verschafften.
In 2009 lege ich gerade mal in Bremerhaven auf, und auch nur dann, wenn Dimi einen oder keinen guten Tag hat (dramatisiert), ich bemühe mich auch aufgrund von Zeitmangel praktisch null darum. Was auch nicht schlimm ist, nur etwas schade, denn es geht nichts über die Frontansicht von ein paar dutzend oder hundert Leuten, die verschwitzt und ekstatisch auf den von dir gespielten Shit abgehen. Jeder Schrei eines druffen Ravers gibt einen Schub und jede weitere Platte bringt einen druffen Schrei, einzigartige Momente!
Genug in Erinnerungen geschwelgt, SimonShore ist tot und Livic sollte sowas wie mein Austob-Ego werden, wäre nur nicht der Scheiß mit der Zeit. Alle Jubeljahre komme ich mal zum Aufnehmen eines Sets und das gewollte ist so fern wie… keine Ahnung.
Letztes Wochenende kam ich nun zur Rekapitulierung des vergangenen Hochschulsets. Warum ich das tat, weil ich erstaunt war, mit was für Zeug ich im Warmup die Leute zum Tanzen brachte. Klar, was man kann, kann man, aber in Bremerhaven gelten bezüglich Sound eigentlich eigene Gesetze und so muss es in der Regel “For You” heißen, um als House akzeptiert zu werden (Ihr Spacken!).
Das DJs merkwürdige Vögel sind ist im besten Fall nichts Neues, im schlimmsten Fall ein Fluch aufgrund unterschiedlicher Interpretationen (DJ Klaus versus Sven Väth…). So sind sie, wie auch ich, sehr eigen bei so manchen Vorhaben. Da soll ein Mixset aufgenommen werden, mit einem Schwung alter Scheiben, um zum einen, wieder mal “nur” mit Platten aufzulegen und zum anderen, um auch mal wieder den alten Shit zu ehren, der einem ja so oft die Sonne aus dem Arsch schienen ließ.
Ich wollte mit dem Wort-Konglomerat “Sounds like ISDN” ein Set aufnehmen, dass überwiegend aus alten Chicago House Platten besteht, mehr eigentlich nicht…
Nun war das Problem, dass mein Rechner immer noch nicht wieder da ist und ich auf dem Ersatzrechner nicht so viel verstellen wollte. Daher hatte ich nur Audacity als Aufnahmetool installiert. Ein weiteres Problem war eventuell der Mixer, den ich zum erstellen einer Review für DNMK gerade probeweise nutze, ein Behringer DDM400.
In der Summe kam irgendwas raus, dass das Set so klingen ließ wie es klingt. Wie eine verbratzte Kopie der 324. Kopie des selben Tapes, richtig scheiße! Ich habe herzlich gelacht, als ich in das Set rein hörte, denn es ist Klasse, technisch recht gut, die Platten akzeptabel, die Reihenfolge/Dramaturgie ganz cool. Nur muss das Arschloch von Murphy gerade jetzt meinen, dass mein Set so crappy klingen muss, wenn ich mal einen guten Tag habe und ein nettes Set zimmere.
Im Resümee habe ich jetzt ein Stück Nostalgie erschaffen. Schließt die Augen, hört das Set und denkt an das Ende der 90er Jahre. House schwappt wie eine Welle durch die Welt und der Sound macht dutzende von Leuten verrückt. Das Internet ist noch nicht so schnell wie heute und die Musik, die man so um Himmels Willen haben muss klingt so wie dieses Set. Ja, dass ist Kunst!*
*Ehrlich, ich ärgere mich wie Sau über die Quali, lache mich aber auch über den pseudosinnbehafteten Schrott kaputt…
Ich sitze gerade bei Florian und wir haben die Promo-Schuhe an. Soll heißen, dass wir bei Tee und Schoki uns darum Gedanken machen wie man das On the streets Video an den Mann/die Frau bringt.
Zunächst war ich dabei die richtige Konvertierung für Vimeo zu finden, danach ging es für Florian bei CD-Schuber zu schnitzen.