
Foto: hecht1969
Ich könnte keinen unpassenderen Zeitpunkt als diesen finden, mich über Organisationen wie “Wir lieben Bremerhaven” oder “Gut für Bremerhaven” aufzuregen. Ich frage mich auch ernsthaft, ob ich mich als Nicht-Bald-Exil-Bremerhavener so über das Dorf am Wasser aufregen könnte.
Derzeit bin ich vielleicht alle ein bis zwei Wochen für das Wochenende in der Stadt, bei meinem letzten Besuch prangerte diese hübsche, neue Kampagne “Gut für Bremerhaven” von den Wänden, in denen sich Bremerhavener Etablierte zu der Stadt äußern, gesponsert von der SWB.
Schon klar, erst die Preise erhöhen, da ihr ja nicht mehr wirtschaftlich handeln könnt, ihr euch aber trotzdem die Rosetten vergolden lasst, und danach für Gutstimmung im Volk sorgen, in dem man den unterprivilegierten Bürgern der Stadt zeigt was für eine tolle Firma doch die SWB ist. Dafür sucht man sich dann noch die größten Nasen der Stadt und gibt denen wahrscheinlich noch kostenlose Werbung für deren Läden.
Schlimmer noch, ist das Armutszeugnis “Wir lieben Bremerhaven”! Ein Haufen Leute beklagt sich da über den Stern-Artikel. Oh du böser Stern, du siehst uns ja ganz falsch, wir sind ganz toll… So, oder so ähnlich titelt es von der Webseite. Das kaum einer mit Argumenten kommt, ist da natürlich egal. Und man kümmert sich auch erst um die Auswärtspresse, was das Ditzen-Blanke-Haus macht, schert keine Sau, wie auch, wenn man nur Bild und NZ liest erfährt man ja auch nichts von der weiten Welt da draußen.
Ehrlich, ich finde es armseelig. Anstatt in solch dumme und unnütze Kampagnen zu investieren, kann man die Kohle doch nutzen, um sie Hypo Real Estate zu überweisen, oder eventuell findet sich noch ein sinnvoller Zweck wie zB die Förderung einer unabhängigen Tageszeitung in Bremerhaven. Eventuell macht man auch wieder was für Kinder, oder integriert Arbeitslose. All das ist besser, als sich als oberedler Wichtigtuer dumm in die Öffentlichkeit zu stellen… Als ob ihr Rampenschweine an der Front was bewegt!!