Asoziale, dabei denkt man zunächst an den Privatsender, der Finanzberater oder Kindermädchen durch die Gegend schickt, oder aber an Familie Flodder. Vielleicht auch an den Landwirt, der zwei Mittvierziger hingestellt bekommt und nicht sicher ist, welche nun das geringere Übel ist, hauptsache mal wieder den Docht versenken!
Viel schlimmer finde ich, dass die Verallgemeinerung im TV ihren Grund in der gesellschaftlichen Spaltung sucht und es die Asozialen nicht geben würde, wenn nicht von oben bestimmt werden würde, wer asozial oder minderwertig ist.
Hier in Hamburg wird gerade darüber debattiert, ob man die Kinder nicht in einer Primarschule länger beisammen behält, um zum einen das Miteinander früh zu fördern und zum anderen auch weniger begabten Kindern die Chance zu geben, sich durch die Hilfe der Gruppe besser zu stellen, als wenn sie früh, nach der vierten Klasse, in einen Mob geworfen werden.
Diese Trennung erinnert mich vage an eine aus früheren Zeiten, als bestimmte Menschen nur einen gewissen Teil des Strandes benutzen durften, oder nur in einem bestimmten Teil des Busses sitzen durften. Verstärkt wird das, durch die Etablierten, die sich jetzt in ihrer Weichgespültheit darum bemühen, dass ihre Kinder ja nicht mit den Asozialen noch länger zusammen auf der Schulbank sitzen sollen.
Das Beispiel der Hamburger Schulreform ist wirklich nur ein Beispiel. Das Prinzip gilt anderswo ebenso.
Es gibt den Etablierten, der zumeist sich kaum darum kümmern musste, im Leben klar zu kommen, da das Habitat/die Lebensumgebung stets für diese Personen sorgte und man selten mit Problemen konfrontiert wird, die anderen Menschen widerfahren. Die gesellschaftliche Spaltung rühmt sich durch das Unterdrücken andersartiger Menschen und die Etablierten genießen dabei sowohl die Stellung des Bessergestellten, als auch die des Unterjochers, der, wie bereits grob erwähnt, von oben herab auf den weniger gut gestellten Menschen abzielt und sich daran auslässt, die Kluft zwisschen ihnen möglichst groß werden zu lassen.
Ich bekomme das große Kotzen, wenn ich Leute treffe, denen man in den ersten Minuten des Gesprächs anmerkst “Du hast in deinem Leben noch nie richtig gearbeitet und dir ging es nie richtig dreckig”, aber den langen Hans raus hängen lassen, als hätten sie das Patent für die Rettung der (ihrer etablierten) Gesellschaft als erster an die Wand genagelt.
Dieses unkontrollierte in die Welt rein grölen, mit Phrasen die jeglichem Sinn entbeeren, im Grunde aber nur darauf abzielen, dass man deren Refugium nicht verletzt, löst immensen Brechreiz in mir aus… Und wenn ich jetzt nicht gleich den Zug kriegen müsste, würde ich mich noch viel weiter über die neuen Asozialen aufregen, die es leider versäumt haben, wie ich hoffe, von Menschen mit ein bisschen Verstand ernst genommen zu werden.
Ich wünsche Euch nicht nur die Cholera, sondern den totalen Verlust an gesellschaftlichem Ansehen, damit ihr minderbemittelten in der Situation total versagt und in einer dunklen Gasse verrottet!