Internetz · 31. Januar 2010

Die Social Media Blase

Ich glaube, dass worüber ich jetzt schreibe, wurde schon 500k mal geschrieben, oder zumindest 5000k mal gedacht, denn wirklich neu ist es nicht und für mich ist es wahrscheinlich eine Art innere Abrechnung.

Dieses Konstrukt rund um Web 2.0, Social Media, Realtime-Web oder Digital Relations (das neueste Buzzword in der Szene) ist absoluter Bullshit, denn dadurch das jeder nun Publizieren kann – in Blogs, twitter, Facebook, flickr, YouTube etc. – gibt es natürlich auch verschiedene Lager. Womöglich drei oder mehr, oder weniger. Jedes ist schon fast eins zu viel.

Der Checker ist in der Regel Early Bird und hat die Mechanismen, die nicht wirklich schwer sind, sehr schnell verinnerlicht und nutzt sie intensiv. Irgendwann baut er sich die sogenannte Online-Reputation auf und hat eine Reichweite, durch die er dann für eine bestimmte Außenwelt (die eigentlich keine ist) interessant scheint .

Ungefähr ab diesem Punkt nennt man ihn Multiplizierer oder Maven.

Der Interessierte ist praktisch der Normalo, der den Wahnsinn rund um twitter, dem ach so stylischen Kurznachrichtendienst mitbekommt, aber schon nach der Anmeldung bei Facebook keine Ahnung hat, wie er nun seine Freunde erreichen soll! Letzt endlich lädt dieses Exemplar dann nicht mal ein Profilbild hoch oder ruft an, wenn man ihm auf die Pinnwand geschrieben hat.

Der Noop guckt RTL2 und regt sich tierisch über diesen Internetkram auf. Auf studiVZ hat er alles was er braucht, vor allem Leute, die sein schlechtes Deutsch lesen können. Social Media funktioniert bei ihm, als Empfänger, in der Branche am besten, da so einer stumpf Fan von etwas wird, ohne es aktiv zu nutzen. Dadurch kommen schöne KPIs zustande, auf die sich die Checker dann einen runterholen und einen Aspekt haben, mit dem belegt wird: Social Media ist wichtig!

(…)

Ich diskreditiere gerade mein täglich Brot! Aber nicht weil ich meinen Job nicht mag, oder das falsch finde was ich tagtäglich mache. Mir geht dieses stümperhafte “Ich bin ein Experte” auf den Sack, denn selbst als ich noch nicht als “Profi” (hier bitte Ironie und/oder Sarkasmus hindenken) auf BarCamps und ähnlichem war, haben mir die Leute kaum was vermitteln können und der Grund ist mehr als einfach: Es ist nicht schwer!

Alles das was sich unter Social Media behauptet ist zu einem großen Teil eine Farce und zum schreien einfach. Wie sonst erklärt man sich die aus dem Boden sprießenden Typen, die nun meinen allen ihre Meinung aufzwängen zu müssen und dabei mindestens 5 mal in einem Satz twitter unterbringen.

In meiner recht langen Zeit in twitter waren es anfänglich Nerds, die einfach ihren Kram rausgebrüllt haben. Dabei kam oft was rum. Neue Trailer zu interessanten Filmen, kostenlose Software, Veranstaltungstipps, Gästeliste und einige andere Benefits. In den letzten Wochen, kurz vor meinem Selbstmord, las ich nur noch Buzzword-Bingo (ein aus Schlagwörtern angereichteres Allerlei an Phrasen, wofür manche wahrscheinlich Fachübersetzungen für Kanzleien studieren). WTF!

Im Resümee mache ich mir darüber Gedanken was ich als nächstes mache, denn ewig wird das nicht gut gehen. Irgendwann checkt auch der letzte Werbetreibende in Deutschland, dass die Deutschen zu doof für twitter & Co. sind und sich im kleinen, elitären Kreis selbst beweihräuchern, aber nichts vorwärts geht. Dann platzt das ganze Gebilde und übrig bleiben die studiVZ-Nutzer, die nichts vom ganzen Hype bemerkt haben! ;)


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2 x Senf auf “Die Social Media Blase”

  1. 1

    Sven Wiesner

    Hörst Du das? Klingt wie…ein Sack Reis. Umgefallen. Weit weg!

    1. Februar 2010 um 22:27

  2. 2

Schön Senf auffe Wurst!

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