Ich wohne nicht gerade in der besten Gegend in Hamburg, aber das bin ich ja durch Bremerhaven gewöhnt und der leicht assige Hauch eines verruchten Viertels macht mir nichts, im Gegenteil, hat das doch etwas Charme. Wenn man aber diesen Charme als Bonze, Yuppie oder sonst was erkennt, dann ist das Gentrifizierung, das nur am Rande.
Wir sind hier im Oktober 2008 eingezogen, schon vorher lautete es, dass die Fenster im Schlafzimmer ausgetauscht werden müssen und neue Jalousien bekommen würden, was im Gegensatz zu allen anderen aber nicht gemacht wurde. Später hieß es dann, dass das nie gesagt wurde (Knapp ein Jahr später wusste ich auch warum).
Nun sind die Fenster auch von Anfang an undicht gewesen und so stand ich schon recht früh – gefühlt Dezember oder Januer, ich weiß es einfach nicht mehr – bei der Verwaltung auf der Matte. Da die Verwaltung gerade neu war und deren Checkung nicht gerade die größte ist, wurde erstmal an dem Mangel rumgedoktort, aber nicht mit Händen, sondern Argumenten.
Von halb so wild, bis kann man richten/reparieren/sonstwas fiel alles, das gleich der erste Tischler sagte “No way, die müssen neu” schien egal.
Nun wird Olli gerne mal etwas lauter wenn ihn was nervt und dadurch kam der zweite Tischler, der ebenso “No way, die müssen neu” sagte. Die Verwaltungstussi, die schon das vierte Mal wegen der Fenster zur Objektbegeung in unserer Bude stand (mal mit einem Inhaberertreter, mal ohne) meinte bei einem Fenster “Das kann man doch noch richten”. Tischler: “Das ist noch kaputter als das andere” und brach mit zwei Fingern ein ordentliches Stück morsches Holz aus dem Fenster.
Das war ungefähr im April oder Mai. Irgendwann später bin ich leider in den mir bisher nichts bringenden Mieterverein gegangen, um denen Bilder auf einer CD-Rom (was so schon sowas von 90ies ist) von den Mängeln zu schicken. Konnten die nicht öffnen, waren JPGs.
Über kurz oder lang hat der Mieterverein-Hoschi dann einfach so mal Klage angedroht und durch das und ein paar andere Sachen kam es denn dazu, dass die Fenster zumindest gebaut werden sollten. Das war ca. Ende Juni!
Nachdem ich ohne Rücksprache mit dem Mieterverein die Miete, auf Ratschlag von Tante Google, kürzte, dauerte es keine Woche bis der Tischler mit den fertigen Fenstern einen Termin mit mir absprach. Wow!
Heute Morgen sollte es dann soweit sein, ich stand früh auf, duschte, kochte Kaffee… Da kam der Dachdecker voller Elan und mit einem steifen Nacken die Treppen hoch. Bis zu diesem Punkt ging ich davon aus, dass die wieder nur gucken und nichts machen. Dem sollte nicht so sein und so dauerte es etwas bis die Herren sich arrangiert hatten, Pispers lässt grüßen, und es ging los.
Das erste, alte Fenster wurde raus genommen. Kollektiv wir gelacht, da das Fenster nur mit Bauschaum eingeklebt war und keine Schraube das Werk hielt. Das erste neue hoch getragen. Sah zu klein aus, ist wohl auch zu klein. Es wird über zersägen und neu zusammensetzen gesprochen, später über altes Fenster wieder einsetzen. Erstmal Frühstück. Meister kommt, guckt, lacht, alles in Ordnung, weiter machen.
Das dauert jetzt schon seit heute Morgen um 8 Uhr an und ich sitze hier immer noch. Höre die Jungs ihr Werk machen und sehe schon den Ansatz von Fenstern, die uns künftig vor Regen und Lärm schützen werden. Sollte nach knapp einem Jahr auch drin sein.
Der Spaß hat mich jetzt 80 Euro für den Mieterverein, einige Nerven, neue graue Haare gekostet. Durch die Mietkürzung habe ich zwar diesen Monat 71 € gespart, aber so viel bringt das auch nicht. Schade, dass man nicht rückwirkend kürzen kann. Wäre ich doch früher nur so plietsch gewesen.
In diesem Sinne, immer schön Druck machen!
Tags: akelius, gcv, miete kürzen
becks
Achtung, ducken, Kotterschnauzen-Olli in Aktion!
Mal Atmen ist eine tolle Erfindung
12. September 2009 um 10:52
Hermann
Hallo Olli,
na, wir dachten schon, nur bei uns ist alles Schei..
Aber ähnliche Sachen haben wir auch erlebt. Und zwar in Görlitz. Wir sind hier am 01.06.09 hergezogen. Die Wohnung haben wir fluchtartig nach 10 Wochen verlassen, Mietzahlung eingestellt. Jetzt ist erst mal Krieg. Aber wir haben Rechtschutz für Mietsachen. Doch ob der Rechtsanwalt uns helfen kann????
Gruß Hermann
21. September 2009 um 17:30